Wenn die schweigende Mehrheit erkennt worum es wirklich geht!

05.02.2024

Ich finde es gut zu sehen, dass die „schweigende Mehrheit“, die gewöhnlich ihren Unmut nicht bei Demonstrationen zeigt, nun ihre Stimme erhebt. Ich finde es gut, dass sie deutlich macht,  was sie umtreibt: Angst vor der AfD, vor Rechtsextremismus, davor nicht mehr in einer freien Gesellschaft leben zu können. Ich finde es gut, dass wir unsere Erinnerungskultur pflegen und, dass für den Großteil unserer Bevölkerung klar ist, dass sich unsere schwarze Vergangenheit nie wieder wiederholen darf; dass wir gemeinsam aufstehen müssen, wenn sich dieser Tage derartiges Gedankengut wieder breit macht.

 

Leider verlieren Menschen zunehmend das Vertrauen in die handelnden Politiker. Sie sind der Meinung, dass diese die komplexen und vielfältigen Probleme nicht lösen können, was dem Populismus Tür und Tor öffnet. 

 

In einer Partei braucht es jedoch ein mit Lösungen gespicktes und zukunftsweisendes Programm. Ein reines gegen etwas sein, gepaart mit ideologischen, rassistischen und schlichtweg bornierten Fantasien ist absolut inakzeptabel. In einem solchen Deutschland möchte ich morgens nicht aufwachen. Es gibt sehr viele Grüne, die eine AfD unwählbar machen. Sie deshalb aber verbieten zu wollen, wäre aufgrund vieler Faktoren trotzdem nicht zielführend.

 

Als Ratsmitglied habe ich mich dazu verpflichtet, politisch zu handeln. Dazu gehört es, den Menschen, die mit der AfD sympathisieren, zuzuhören. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ein wichtiger Punkt in Vergessenheit gerät: nicht alle AfD-Wähler sind auch gleich Nazis! 

Daher sollten wir die Ängste dieser Menschen in unsere politische Arbeit aufnehmen und dabei richtige Antworten und Lösungen anbieten. Darüber hinaus sollten wir die populistischen Aussagen der AfD genauer unter die Lupe nehmen, um den Menschen klar zu machen, welche Geisteshaltung dahinter steckt. Der Komplexität aktueller Herausforderungen kann eben nicht mit populistischen und substanzlosen Sprüchen entgegnet werden. Wir sollten uns gemeinsam Gedanken darüber machen, wieso so viele teils sehr gebildete Menschen die populistischen Worthülsen der AfD für richtig halten und eine Partei wählen bzw. wählen wollen, die keine Antworten zur Gestaltung unserer Zukunftsaufgaben gibt und stattdessen unsere Demokratie abschaffen will.

 

Eines ist für mich klar: Mit Ausgrenzung bzw. Scharlatanerie werden wir rein gar nichts gewinnen. Die AfD muss als das enttarnt werden, was sie ist: eine Ansammlung von Rechtspopulisten und Rassisten. 

Ihre Sarah Kramer